Die Leobühne ist 120 Jahre jung

 

Mit der Gründung des Katholischen Arbeitervereins Innsbruck und Umgebung im Jahre 1892 entstand auch eine Spielgruppe aus Mitgliedern des Vereins welche für die Unterhaltung der Vereinmitglieder sorgte.

Bereits im Gründungsjahr ist in einer Aussendung zu lesen, dass als Abschluss einer Festveranstaltung ein Theaterstück zur Aufführung kam.

Nachdem in den ersten zehn Jahren an verschiedenen Örtlichkeiten gespielt wurde, konnte der Katholische Arbeiterverein im Jahr 1902 eine Liegenschaft zwischen der Anichstrasse und dem Innrain erwerben. Eine Fahrradhalle wurde umgebaut und so entstand der nach dem Papst Leo XIII benannte Leosaal.

Damit erhielt die Theatergruppe eine fixe Bleibe mit einer großen Bühne und einem Saal der für 500 Zuschauer Platz bot.

In diesem Saal wurde bis in Jahr 1938 Theater gespielt, lediglich unterbrochen von den Wirren des Ersten Weltkrieges. Anfangs wurde diese neue Bühne nicht nur von der Spielgruppe des Katholischen Arbeitervereins sondern auch von Gastbühnen, wie die Exlbühne und der Klingenschmiedbühne, bespielt.

In den Zwanziger und Dreißigerjahren waren sogar zwei Spielgruppen des Katholischen Arbeitervereins aktiv tätig und es wurden bis zu dreißig Stücke im Jahr zum Besten gegeben.

Neben Stücken der damals aktiv tätigen Tiroler Dichtern wie Schönherr, Kranewitter usw. wurde alles gespielt was in dieser Zeit greifbar war. Ein Höhepunkt dieser Zeit war sicher die Produktion des "Weißen Rössl am Wolfangsee".

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Theatergruppe aufgelöst und die Liegenschaft von de Nazis in Besitz genommen. Sämliches Inventar wurde vernichtet und der Leosaal wurde erst nach den Krieg nach einem langen Verfahren in einem erbämlichen Zustand wieder zurückgewonnen.

Da dem Verein die finanziellen Mittel den Saal herzurichten fehlten, entschloss man sich in den Fünzigerjahren den Saal zu verpachten und so entstand daraus das Leokino.

Für Vereinszwecke und für die Theatergruppe wurde neben dem Kino ein kleinerer Saal mit Bühne gebaut und so konnten wieder Theateraufführungen durchgeführt werden.

Die Spielgrupppe des KAVI erarbeitete sich unter verschiedenen Namen wie "Leosaalbühne" oder "Volkskunstring Leo-Bühne" jedes Jahr mindestens vier Theaterproduktionen.

Im Jahr 1976 wurde aus der "Leosaalbühne" ein Verein mit eigenen Statuten mit dem Namen "Leobühne Innsbruck" gegründet.

Nachdem in den Achziger-Jahren im Fernsehen viele sogenannten Volkstheaterproduktionen ausgestrahlt wurden und die Zuschauerzahlen dadurch stark zurück gingen entschloss man sich einen neuen Weg zu gehen, indem man Theaterstücke zur Aufführung brachte, die in Innsbruck sonst an keiner Bühne gespielt wurden.

Es wurde auf die sogenannten "Bauernstücke" verzichtet und man konzentrierte sich neben guten Boulevardstücken auf kritische Stücke wie "Die geputzen Schuhe" odere "Susie" oder Grotesken wie "Es war die Lerche", "Straße der Masken" oder "Eine offene Zweierbeziehung". Auch das Tiroler Drama kam nicht zu kurz. So wurden in dieser Zeit Stücke wie "Es" oder "Die Bildschnitzer" und "Die Karnerleut" von Karl Schönherr aufgeführt.

Ein sehr wichtiger Teil der Aufgaben der Leobühne ist auch die Jugendarbeit. Bereits seit 1980 ist eine Jugendgruppe mit Kindern zwischen 6 und 16 Jahren fixer Bestandteil der Bühnenarbeit. Von dieser Jugendgruppe wird alljährlich ein Stück für Kinder erarbeitet, das an den Adventsonntagen und am Heiligen Abend zur Aufführung kommt.

In den letzten Jahren wird versucht in den Spielplan viel Abwechslung hinein zu bringen. So findet unser Publikum vom Krimi über Komödien, Sketche, Grotesken bis hin zum Klassiker ein vielfältiges Angebot an guten Stücken.

So bemüht sich die Leobühne Innsbruck, seinem Publikum vergnügliche Abende zu bescheren und damit auch einen erheblichen Beitrag am Kulturleben der Stadt Innsbruck zu leisten.

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